Gründe für die Errichtung von Stiftungen

Bis ins hohe Mittelalter galt es als vorrangiger Sinn einer Stiftung, dem Stifter als Gegenleistung für sein Engagement gegenüber Schwächeren, Alten und Kranken den Zuspruch der Heiligen und die Rettung vor Fegefeuer und Hölle zu sichern.

Die fromme Tat ("pia causa") sollte Gott quasi zum Schuldner des Stifters machen. Heute machen die durch das Stiftungsrecht abgesicherte bedingungslose Herrschaft des Stifterwillens und die potentielle Unsterblichkeit der Stiftung einen Teil ihres Reizes aus.

Der Gedanke, mit Hilfe einer Stiftung ein Stück des eigenen Lebens und nach Gusto den eigenen Namen über die Grenzen der irdischen Existenz zu verlängern, fasziniert und bildet neben altruistischen Beweggründen Anlass, Stiftungen ins Leben zu rufen.

Für manchen Unternehmer, Mäzen oder Vermögenden bildet die Idee, über die Gründung von Stiftungen einen "Teil ihres Reichtums auf intelligente Art selber zu vernichten, statt ihren Erben evtl. diese Aufgabe zu überlassen", spannenden "Sponsoring".

Einen weiteren wesentlichen Anreiz bilden steuerliche Aspekte für den Stifter. Mit Inkrafttreten des "Gesetzes zur weiteren steuerlichen Förderung von Stiftungen" zum 1. Januar 2000 sind zusätzlich zum bisherigen Spendenrahmen Mittel für kulturelle Zwecke für den Stifter abzugsfähig.

Im Übrigen sind Zuwendungen an eine gemeinnützige Stiftung von der Schenkungs- und Erbschaftssteuer befreit. Das gilt auch rückwirkend für Vermögen, das selbst ererbt oder durch Schenkung erworben worden ist.