Die Geschichte der Westerauer Stiftung

Die Westerauer Stiftung wurde im Jahre 1463 durch den in Lübeck tätigen Ratsmann und späteren Bürgermeister Andreas Geverdes und durch den Lübecker Bürger und Wandschneider Gerd van Lenthen gegründet. Ihr Name ist nach dem kleinen Dorf Westerau im Kreis Stormarn benannt, dass sich im gemeinschaftlichen Eigentum der beiden Stifter befand.

Die ursprünglichen Aufgaben der Stiftung waren der Gräberfürsorge auf den Friedhöfen St. Gertrud und St. Jürgen in Lübeck sowie der Abhaltung von Seelenmessen gewidmet. Daneben wurde die Verbesserung des damaligen schlechten Zustandes der Verbindungswege zwischen Lübeck und Westerau ausdrücklich zum Stiftungszweck erklärt.

Wie so vielen testamentarischen Vermächtnissen, ist auch der Westerauer Stiftung im Laufe der Jahrhunderte ein wechselvolles Schicksal nicht erspart geblieben. Neben geschichtlichen Ereignissen (Reformation, 30-jähriger Krieg u.a.), die zu einem Wandel der Stiftungszwecke führten, hatten sich die Vermögensverhältnisse durch Misswirtschaft mit der Zeit ständig verschlechtert.

Die Stiftung besaß zwar Grundvermögen, aber keine liquiden Mittel. Mehrfache Überlegungen die Stiftung aufzulösen, wurden jedoch immer - wenn auch mit Hemmungen - verworfen, da die Stiftung stets als erhaltungswürdig angesehen wurde.

Durch "wirtschaftliches Umdenken" ist es jedoch gelungen, die Vermögens- und Ertragslage derart zu verbessern, dass die Erfüllung des heutigen Stiftungszweckes -Gewährung von Altersunterstützungen und Ausbildungsbeihilfen- wieder ermöglicht wurde.

Durch die immer weitreichenderen gesetzlichen sozialen Absicherungen (z.B. Pflegeversicherung) liegt das Hauptaugenmerk der Stiftung heute jedoch in der Unterstützung von bedürftigen begabten Studierenden.