Die Geschichte des St. Johannis-Jungfrauenkloster

Die Gründung des St. Johannis-Jungfrauenklosters lässt sich nicht genau datieren, als Gründungsjahr wird jedoch das Jahr 1177 angenommen. Zunächst als Mönchskloster vorgesehen wurde es jedoch nach einiger Zeit auch mit Nonnen besetzt.

Gravierende innere Schwierigkeiten führten jedoch wieder zu einer Trennung und "Verlegung" der Mönche nach Cismar. Unter der Führung durch die Nonnen blühte das Kloster schnell auf und hatte in der Umgebung der Stadt durch Kauf, Tausch oder Schenkung sowie eine sparsame Haushaltsführung bald einen beträchtlichen Besitz erworben.

So gehörten u.a. die Dörfer Datzendorf, Pöppendorf, Wulfsdorf, Beidendorf, Schwochel, Kücknitz, Herrenwyk u.v.m zum Grundbesitz des Klosters.

Daneben gehörten auch umfangreiche Forstflächen zum Grundbesitz, die auch heute noch den überwiegenden Teil des Vermögens der Stiftung ausmachen. Die Bewirtschaftung der Wälder ist immer noch die Hauptertragsquelle der Stiftung, aus deren Erträgnissen der überwiegende Teil der Stiftungsaufgaben finanziert wird.

Im Wandel der Zeit verlor das Kloster mitsamt seinem Vermögen seine kirchliche und politische Unabhängigkeit und wurde der Verwaltung der Stadt Lübeck unterstellt. Das Kloster entwickelte sich zur Wohltätigkeitseinrichtung, in der unverheiratete Lübecker Bürgertöchter untergebracht wurden.

In den Wohnungen des heutigen St. Johannis-Jungfrauenkloster leben gemäß der Stiftungssatzung alleinstehende Damen, die das 50. Lebensjahr vollendet haben und bei denen eine Bedürftigkeit im Sinne der steuerlichen Bestimmungen vorliegt.