Die Geschichte der Stiftung Kriegsopferdank

Im Jahre 1915 wurde durch den Senat der Freien und Hansestadt Lübeck der "Lübecker Landes-Ausschuß für Kriegsverletzte" zur Unterstützung von Kriegsopfern gebildet. Die Mittel, die dem Ausschuss zur Verfügung standen, wurden für Beihilfen und Darlehen an Kriegsopfer verwandt.

Nach dem 1. Weltkrieg bis 1928 konnte der Ausschuss nicht tätig werden, da das Kapital durch Kriegseinwirkungen und Entwertung zusammengeschmolzen war. Durch Zahlung von Renten auf Kriegsanleihen floss dem Ausschuss neues Kapital zu, so dass er seine Arbeit wieder aufnehmen konnte.

Ab 1930 wurde Kapital in Grundstücken und Häusern angelegt. Die Beseitigung der Wohnungsnot wurde zur vordringlichsten Aufgabe des Ausschusses. Die durch den Ausschuss errichteten Häuser und Wohnungen wurden an Kriegsgeschädigte vermietet.

1936 wurde der Ausschuss in die Stiftung "Kriegsopferdank" umgewandelt, die weiterhin die gleichen Aufgaben wie der Ausschuss erfüllte. Nach dem 2. Weltkrieg konnte die Stiftung wegen Mittellosigkeit nur im beschränktem Umfang tätig werden.

Nach der 1949 durchgeführten "Kriegsopferdankwoche" und durch die Auflösung der "Senator-Possehl-Kriegsstiftung" und der "Gottlieb-Nicolaus-Stolterfoht-Stiftung", deren Vermögen der Stiftung "Kriegsopferdank" zugeführt wurde, sowie durch Spenden Lübecker Firmen war es der Stiftung wieder möglich, notleidenden Kriegsbeschädigten und -hinterbliebenen außerhalb der gesetzlichen Möglichkeiten zu helfen.

Durch den Rückgang der Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen wurde die Erfüllung des Stiftungszweckes immer schwieriger, so dass die Satzung der Stiftung dahingehend geändert wurde, dass nunmehr auch Schwerbeschädigte und deren Familien zu dem begünstigten Personenkreis gehören.

Durch die mit der Zeit immer weiterreichende gesetzliche soziale Absicherung spielt die Gewährung von Beihilfen nur noch eine untergeordnete Rolle. Die Hauptaufgaben der Stiftung liegen heute in der Unterhaltung von alten- und schwerbeschädigtengerechten Wohnungen.